Reboarding - Vorbereitung des Gastraums

5 Tipps für das Reboarding zur Gastronomie-Wiedereröffnung

The New Normal - neue Arbeitswelt Gastronomie

Nach über einem halben Jahr Lockdown hat die Gastronomie nun endlich konkrete Perspektiven für die Wiedereröffnung und ist teilweise schon mit der Außengastronomie wieder gestartet. Doch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben monatelang nicht im Betrieb gearbeitet. Sie brauchen Unterstützung, um sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder einzufinden. Dabei hilft die Methode des Reboardings.

Reboarding ist eine Variante des bekannteren Onboardings: Geht es bei Letzterem darum, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut in das Team und in die Prozesse des Unternehmens einzugliedern, richtet sich Rebarding an solche, die schon dort tätig waren, aber einen längeren Zeitraum nicht mehr gearbeitet haben. Zum Beispiel nach einer Elternzeitpause oder einer anderen privaten Auszeit, weil sie zwischenzeitlich anderswo beruflich tätig waren. Und ebenso aus aktuellen Gründen: Hunderttausende der in der Gastronomie Beschäftigten waren pandemie- und betriebsschließungsbedingt längere Zeit in Kurzarbeit und Co. „geparkt“. Reboarding in Form eines festen Ablaufs, das zugleich auf die individuellen Bedürfnisse der Personen eingeht, bietet ihnen Unterstützung, Orientierung und macht den Wiedereinstieg nach so einer langen Pause leichter.

Unsere 5 Tipps fürs Gastro-Reboarding nach dem Corona-Lockdown

1. Einen persönlichen Gesprächstermin vereinbaren

Sobald der Termin für die Wiedereröffnung und somit den Wiedereinstieg der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht, empfiehlt sich die Vereinbarung von zwei Gesprächsterminen: einem persönlichen und einem in der Gruppe (zu diesem siehe Punkt zwei). In vielen Betrieben ist der Kontakt abgeflaut – manchmal zu nur einigen, manchmal zu fast allen Mitarbeitenden. Nun gilt es, erst einmal alle wieder „abzuholen“. Wie geht es den Leuten, was hat sich in der Zwischenzeit bei ihnen getan? Wie haben sie die vergangenen Monate erlebt? Worauf freuen sie sich, was macht ihnen Sorgen? Solche Fragen und Themen gehören in das persönliche Gespräch. Und übrigens auch die Frage danach, ob die entsprechende Person in Zukunft gerne auch andere, weitere Aufgaben und somit mehr Verantwortung im Betrieb übernehmen will – Stichwort Weiterentwicklung.

Extra-Tipp: Fragen vorbereiten und den Mitarbeitenden vorab darum bitten, seine eigenen Fragen in den Termin mitzubringen.

Reboarding der Servicekräfte - Gläserkunde

2. Einen Team-Termin vereinbaren

Auch das ist aktuell eine Herausforderung für viele Betriebe: Viele Mitarbeitende haben sich seit Wochen untereinander nicht mehr gesehen und gesprochen – je nachdem, wie eng ihr privater Kontakt ist. Dagegen hilft ein Gruppentermin, bei dem alle anwesend sind. Einen solchen Termin zu finden, ist nicht einfach, zumal bei großen Belegschaften und im Schichtbetrieb. Doch wer nicht persönlich vor Ort sein kann, wird vielleicht per Livestream auf den Laptop zugeschaltet? Digitale bzw. hybride Meetings sind seit Corona ja nicht mehr unbekannt. In diesem Termin kann der Chef bzw. die Chefin seine Mitarbeitenden darüber informieren, was sich im Unternehmen zwischenzeitlich getan hat. Vielleicht gibt es eine neue Karte oder hat sich das Angebot verändert? Sind neue Geschäfte wie Foodboxen oder Webshop dazu gekommen, die noch nicht alle kennen? Ein Mix aus lockerem Willkommen-zurück-Gespräch und Information über den „status quo“ sorgt dafür, dass sich alle wieder etwas „eingrooven“ können und zugleich wissen, wo der Betrieb steht. Viele Gastronomien befinden sich in einer wirtschaftlich und personell herausfordernden Situation und brauchen nun das Commitment ihrer Mitarbeitenden ganz besonders, um erfolgreich in die Zukunft durchstarten zu können.

Extra-Tipp: Gemeinsam können auch neue Ideen und Ziele fürs Unternehmen entwickelt, formuliert und festgehalten werden. Mehr zum Thema Teamwork hier.

3. Über Hygienemaßnahmen und Dokumentationspflichten informieren

Auch das gehört zum Reboarding nach Corona: Alle Mitarbeitenden müssen die neuen Hygienemaßnahmen für den Außenbereich, der in der Regel zuerst wieder öffnen darf, aber auch für den später startenden Innenbereich kennen lernen, verstehen und verinnerlichen. Die Maßnahmen setzen sich (wie schon nach dem ersten Lockdown) aus behördlich verordneten Regeln und individuellen, darüber hinaus reichenden bzw. die Vorgaben ergänzenden Maßnahmen zusammen. Allerdings ist das Prozedere nun noch einmal deutlich komplexer geworden: Neben der Registrierung der Gäste/Anwesenheitsdokumentation, einzuhaltenden Abständen, festen Laufwegen und regelmäßiger Desinfektion kommen nun auch die Überprüfung von negativem Test bzw. mitgebrachter Unterlagen (Nachweis über Impfung, Genesung) mit dazu. Es ergeben sich viele Details, die sich am besten in einer Checkliste festhalten lassen. Diese Checkliste wird allen Mitarbeitenden beim Gruppentermin vorgestellt, gemeinsam durchgesprochen und ggfs. angepasst sowie schriftlich zur Verfügung gestellt.

Extra-Tipp: Kurzfristige Änderungen müssen allen Mitarbeitenden zeitnah mitgeteilt werden. Dass sich alle sicher und gut informiert fühlen, ist auch im Sinne des Reboardings wichtig. Aktuelle Informationen gibt es u.a. auf den Webseiten der DEHOGA-Landesverbände.

Nahaufnahme von Küchenutensilien

4. Präsent sein und regelmäßige Feedback-Gespräche führen

Erst eine lange Pause. Dann die Wiederaufnahme der Arbeit mit besonderen Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen. Zudem Gäste, die sich auch erst an die neuen Bedingungen nach der erneuten Öffnung gewöhnen müssen, die eventuell unsicher sind und nun einen besonders achtsamen Service wünschen: Das Arbeiten in der Gastronomie nach dem zweiten Corona-Lockdown wird zu großen Herausforderung, körperlich (möglicherweise mit Mehrstunden, hinter Maske und Co.) und mental. Darum benötigen alle Mitarbeitenden jetzt mehr denn je eine Führung, die ihnen den Rücken freihält und immer für sie ansprechbar ist. Es wird viele ungewohnte Situationen geben, Momente der Unsicherheit, aber – hoffentlich – auch einen Ansturm auf die Gastronomie. Kurz: Es wird intensiv. Für das Personal da zu sein und regelmäßige Feedback-Gespräche zu führen – ob ein kurzes während/nach der Schicht oder ein ausführliches z.B. jeden Monat – macht alle Mitglieder sicherer, stärker und besser.

Extra-Tipp: Führen durch Fragenstellen – wer fragt, trainiert und ermächtigt seine Mitarbeitenden, die Antwort für sich selbst heraus zu finden.

5. Reboarding und Onboarding miteinander verbinden

In fast allen Restaurants, Cafés und anderen Gastronomien werden zurzeit neue Leute gesucht, weil bisherige Mitarbeitende das Unternehmen verlassen haben, manchmal sogar die Branche in Richtung Einzelhandel und Co. Zum Reboarding kommt somit das Onboarding hinzu: Mit den Neuen sollten natürlich ebenso Einzelgespräche geführt werden, sie nehmen an Gruppen-Terminen teil, müssen eventuell sogar umso mehr mit den Hygieneregeln vertraut gemacht werden und benötigen im Zuge ihrer Eingliederung Feedback und Hilfestellung. Der Unterschied: Auch bestehende Mitarbeiter, die schon länger im Betrieb tätig sind, können sie dabei unterstützen, indem sie ihnen Abläufe erklären, sie mit Maßnahmen vertraut machen. Mit dieser Form der Selbstorganisation wird nicht nur die Führung entlastet, zu tun gibt es nach dem Restart schließlich mehr als genug. Die Übernahme von Verantwortung beim Integrieren neuer Mitarbeiter fördert auch die Motivation derjenigen, die sich gerade selbst im Reboarding befinden – und stärkt bestimmt die nachhaltige Verbundenheit zum Unternehmen.

Extra-Tipp: Auch das eigene Reboarding nicht vergessen – Chef(in) zu sein, zu führen und Verantwortung für ein Team zu übernehmen, will nach längerer Pause bzw. ohne Gäste vor Ort auch wieder gelernt sein. Hier hilft der Austausch mit Kollegen – alle befinden sich zurzeit in einer ähnlichen ungewohnten Situation!


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