Top-Märkte für Restaurantgründungen in Europa

    DIE BEWERTUNGSKRITERIEN

    20 EU-MÄRKTE IM VERGLEICH

    Die folgende Tabelle ordnet die 20 untersuchten EU-Märkte im direkten Vergleich ein. Sie zeigt, wie attraktiv die aktuellen Rahmenbedingungen für Restaurantgründungen ausfallen und in welchen Bereichen einzelne Länder besonders stark oder schwächer aufgestellt sind.


    Die Ergebnisse basieren auf öffentlich zugänglichen Daten. Details zur Methodik, den Datenquellen und Lizenzen finden sich am Ende dieses Reports im Abschnitt Methodik & Quellen.


    WAS DER LÄNDERVERGLEICH DEUTLICH MACHT


    SPANIEN VORN — SKANDINAVIEN DIREKT DAHINTER.


    In der Gesamtbewertung zeigt sich, dass Spanien im aktuellen Vergleich die attraktivsten Rahmenbedingungen für Restaurantgründungen bietet. Ausschlaggebend sind vor allem die starke Nachfrage, ausgabefreudige Konsumenten und eine besonders hohe touristische Relevanz. Gleichzeitig profitiert der Markt von vergleichsweise niedrigen Lebensmittel- und Energiekosten, was die Margen aus Branchensicht zusätzlich stützt. Auch die analysierten Daten zur Personalverfügbarkeit sprechen dafür, dass der spanische Markt derzeit gute Voraussetzungen für neue gastronomische Konzepte bietet.


    Mit Finnland, Dänemark und Schweden folgen die skandinavischen Märkte. Sie bieten ebenfalls günstige Kostenstrukturen und zudem geringe administrative Hürden und ein vergleichsweise stabiles Wettbewerbs- und Standortumfeld.



    UMSATZ & NACHFRAGE


    WO NACHFRAGE UND UMSATZ-POTENZIAL AM GRÖSSTEN SIND


    KERN-INSIGHTS • UMSATZ & NACHFRAGE

    WAS DIE DATEN ZEIGEN


    Der Tourismus ist in mehreren europäischen Märkten ein zentraler Treiber gastronomischer Nachfrage. Besonders deutlich zeigt sich das in Spanien, Frankreich und Italien: In Spanien belaufen sich die touristischen Ausgaben auf rund 98 Milliarden Euro pro Jahr, in Frankreich auf rund 71 Milliarden Euro und in Italien auf rund 54 Milliarden Euro. Trotz teilweise ausgeprägter saisonaler Schwankungen schafft der Tourismus in diesen Märkten eine relevante zusätzliche Umsatzbasis für die Gastronomie.


    Eine dauerhaft tragfähige Nachfrage stützt sich jedoch nicht allein auf Besucherströme, sondern auch auf die lokale Ausgabenbereitschaft. Im Durchschnitt geben Haushalte in den untersuchten EU-Märkten rund 1.900 Euro pro Jahr im Gastgewerbe aus. Besonders ausgeprägt ist diese Ausgabenbereitschaft in Irland, Österreich und Malta, wo die von Eurostat ausgewiesenen Werte jeweils bei mehr als 3.000 Euro pro Kopf und Jahr liegen. Auch die Niederlande liegen mit rund 2.100 Euro über dem Durchschnitt und weisen damit ebenfalls eine vergleichsweise starke lokale Nachfragebasis auf.


    Eine weitere Perspektive eröffnet der Umsatz pro Betrieb. Die Kennzahl zeigt, dass sich Nachfrage je nach Markt sehr unterschiedlich in Erlöse auf Standortebene übersetzt. Während Spanien trotz hoher Dynamik im Tourismus im Durchschnitt auf rund 280.000 Euro pro Betrieb kommt, liegt Deutschland bei rund 460.000 Euro und Luxemburg mit rund 810.000 Euro deutlich darüber.


    Gerade dieser Unterschied macht die Kennzahl erklärungsbedürftig. Hohe Umsätze können auf ein tragfähiges Marktumfeld hindeuten, werden zum Teil aber auch durch ein höheres Preisniveau beeinflusst. In Märkten wie Luxemburg ist dieser Zusammenhang besonders zu berücksichtigen. Für Gründungs- und Expansionsentscheidungen sind erwartbare Umsätze damit ein relevanter Indikator, aber kein alleinstehender Maßstab für die Attraktivität eines Marktes.



    KOSTEN & MARGEN


    PREISNIVEAU F&B - ALLE 20 EU-MÄRKTE IM VERGLEICH


    KERN-INSIGHTS • KOSTEN & MARGEN

    WAS DIE DATEN ZEIGEN


    Wie viel wirtschaftlicher Spielraum einem Gastronomiebetrieb in einem Markt bleibt, hängt auch vom Preisniveau für Lebensmittel und Getränke sowie von den laufenden Energiekosten ab.


    Ein wesentlicher Faktor ist dabei der Wareneinsatz. Vergleichsweise günstig sind Lebensmittel und Getränke derzeit vor allem in Polen, Tschechien, Ungarn, Spanien und den Niederlanden, wie die Eurostat-Daten zum Preisniveau zeigen. Für Gastronomiebetriebe, deren Wirtschaftlichkeit stark vom Einkauf und der präzisen Kalkulation ihres Warenkorbs abhängt, schafft das einen spürbaren strukturellen Vorteil.


    Ebenso relevant ist der Blick auf die Energiekosten. Kühlung, Kochen, Backen und Lüftung machen die Branche in vielen Bereichen energieintensiv. Schon vergleichsweise kleine Unterschiede beim Preis pro Kilowattstunde können sich deshalb deutlich auf die laufende Kostenstruktur auswirken. Besonders günstige Bedingungen zeigen hier die skandinavischen Märkte, in denen Strom nur zwischen rund 9 und 13 Cent pro kWh kostet. Zum Vergleich: In Frankreich liegen die Energiekosten bei rund 0,16 €/kWh, in Deutschland und Österreich bei 0,21 €/kWh, in Irland sogar bei 0,28 €/kWh.


    Beide Kostentreiber können die Margen spürbar beeinflussen. Märkte mit moderaten Wareneinsatz- und Energiekosten schaffen deshalb bessere Voraussetzungen dafür, dass Umsatz nicht unmittelbar durch laufende Betriebskosten aufgezehrt wird. Für die Bewertung eines Marktes ist dieser Teilbereich entsprechend zentral: Er zeigt, wo gastronomische Betriebe wirtschaftlich tragfähige Margen entwickeln können.



    GRÜNDUNG & PERSONAL


    BÜROKRATIE EFFIZIENZ IM EU-VERGLEICH


    KERN-INSIGHTS • GRÜNDUNG & PERSONAL

    WAS DIE DATEN ZEIGEN


    Wie schnell und reibungslos sich ein gastronomisches Konzept in einem Markt tatsächlich umsetzen lässt, hängt auch von den operativen Rahmenbedingungen ab. Dazu zählen die bürokratische Effizienz bei Gründungsprozessen ebenso wie die Verfügbarkeit von Personal im Service- und Gastgewerbe.


    Ein erster Blick gilt den formalen Hürden beim Markteintritt. Besonders effizient und gründungsfreundlich schneiden Griechenland, Irland und die Niederlande ab, wie Daten der Weltbank aus dem Doing Business Archive zeigen. Administrative Hürden verzögern den Markteintritt dort vergleichsweise wenig. Weniger günstig stellt sich die Situation dagegen in Märkten wie Deutschland, Österreich oder Italien dar. Für die Umsetzung neuer gastronomischer Konzepte ist ein unbürokratischer Gründungsprozess ein spürbarer Vorteil: Er spart Zeit, senkt Anlaufkosten und schafft mehr Planungssicherheit.


    Ebenso entscheidend für einen reibungslosen Markteintritt ist die Verfügbarkeit von Personal im Service- und Gastgewerbe. Märkte wie Spanien, Irland und Portugal schneiden hier besonders günstig ab. Dort sind vergleichsweise wenige Stellen unbesetzt, was darauf hindeutet, dass offene Positionen tendenziell schneller besetzt werden können.


    Gerade für neue gastronomische Konzepte ist das ein wichtiger Faktor: Je schneller Servicepersonal gefunden werden kann, desto leichter lassen sich Eröffnung, Anlaufphase und laufender Betrieb absichern. Märkte mit hoher Vakanz – etwa Tschechien, Österreich, die Niederlande oder Frankreich – deuten dagegen auf ein angespannteres Personalumfeld hin, das den Aufbau und die Stabilisierung eines Betriebs zusätzlich erschweren kann.



    WETTBEWERB & IMMOBILIEN

    RESTAURANTDICHTE • 20 EU-MÄRKTE


    KERN-INSIGHTS • GRÜNDUNG & PERSONAL

    WAS DIE DATEN ZEIGEN


    Zwei weitere Faktoren, die den Markteintritt spürbar beeinflussen: der Wettbewerb und die Gewerbeimmobilien.


    Eine hohe Restaurantdichte weist auf ein eng besetztes Marktumfeld hin. In solchen Märkten konkurrieren viele Betriebe um dieselbe Aufmerksamkeit. Das erhöht typischerweise den Druck auf Sichtbarkeit, Marketing und ein klar differenziertes Gastronomiekonzept. Neben Tschechien weisen auch Griechenland und Portugal eine hohe Restaurantdichte im Verhältnis zur Einwohnerzahl auf (rund 3–4 Restaurants pro 1.000 Einwohner). Entsprechend steigen die Anforderungen an das eigene Konzept und die Standortqualität.


    Ein weniger dichtes Konkurrenzumfeld findet sich in Polen, Dänemark, Spanien oder Deutschland (unter 2 Restaurants pro 1.000 Einwohner). Im Vergleich kann das den Druck bei Gäste-Gewinnung senken.


    Zuletzt betrachtet der Report den Immobilienmarkt, insbesondere die Entwicklung der Mietkosten. Im Vergleich wird sichtbar, dass sich der Kostendruck in einigen Märkten seit 2021 deutlich erhöht hat. Das kann die Suche nach geeigneten Gewerbeflächen erschweren – insbesondere dann, wenn Mieten schneller steigen als Umsätze oder wenn bei Neuvermietungen plötzlich teurere Konditionen aufgerufen werden. Märkte mit moderaterer Immobilienkostenentwicklung bieten tendenziell mehr Stabilität, weil Standortkosten auch auf längere Sicht besser kalkulierbar bleiben.


    Dieser Teilbereich zeigt damit, wie stark Wettbewerbsdruck und Mietkostenentwicklung die Standortsuche und die Planbarkeit eines Markteintritts beeinflussen können.



    STÄDTEVERGLEICH

    WELCHE STÄDTE BIETEN ATTRAKTIVE STARTBEDINGUNGEN FÜR GASTRONOMEN?


    Für vier ausgewählte Fokusmärkte Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande ergänzt der Restaurant Launch Report die Länderperspektive um einen Städtevergleich mit einer Auswertung von Daten zu Wettbewerbern, gewerblichen Mieten, dem Outdoor-Dining-Komfort und zur lokalen Kaufkraft.


    DEUTSCHLAND


    FRANKREICH


    ITALIEN


    NIEDERLANDE


    Hinweis zur Methodik: Der Restaurant Launch Report vergleicht 20 ausgewählte EU-Märkte anhand eines standardisierten Kriterien-Sets, um die Rahmenbedingungen für Restaurantgründungen vergleichbar zu machen. Berücksichtigt werden neun Faktoren in vier Teilbereichen: Umsatz & Nachfrage, Kosten & Margen, Gründung & Personal sowie Wettbewerb & Immobilien. Faktoren und Teilbereiche fließen gleich gewichtet in die Gesamtbewertung ein. Die Ergebnisse sind vergleichende Indikatoren und dienen als datenbasierte Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle Standort- oder Wirtschaftlichkeitsprüfung.