Businessplan Gastronomie

Businessplan Gastronomie

Damit der Traum vom eigenen Gastronomie-Betrieb kein Luftschloss bleibt, ist ein solider Businessplan der Grundstein – doch wie wird er aufgestellt? Einige Tipps.

Wichtiger Grundstein für die Existenzgründung in der Gastronomie: Der Businessplan

Ein eigenes Café mit Cupcakes und Live-Musik, ein Restaurant für exklusive Molekularküche oder die gemütlichste aller Fußballkneipen: Wer von einem eigenen Betrieb in der Gastronomie träumt, kann aus solchen Geschäftsideen die schönsten Luftschlösser bauen. Doch damit aus solchen Phantasien ein solides Unternehmen wird, braucht es zur Existenzgründung zuallererst ein verlässliches Fundament: den Businessplan.

Was ist ein Businessplan?

Ein Business- oder Geschäftsplan ist wie ein gutes Rezept – nur eben nicht für Cocktails oder Cupcakes, sondern für einen ganzen Betrieb. Länger ist er auch: Auf mindestens 10 Seiten sollte ein guter Businessplan schon kommen, um eine Geschäftsidee und die Schritte der Existenzgründung möglichst umfassend und präzise zu beschreiben. Zu detailliert darf es aber auch nicht werden: Man muss den Inhalt schließlich noch in angemessener Zeit präsentieren oder lesen können. Je nach Branche beinhaltet ein vollständiger Businessplan unterschiedliche Teilpläne. In der Gastronomie sind wichtige Elemente ein Finanzplan, Erläuterungen zum Marketing und ein Personalplan, aber auch eine Einschätzung des Standortes sowie der Chancen und Risiken, um nur einige Beispiele zu nennen. Je nachdem, ob ein solcher Plan zur Präsentation nach außen gebraucht wird, z.B. zur Kapitalbeschaffung oder um Fördermittel zu beantragen, oder nur für interne Zwecke, zum Beispiel zur Kommunikation und Abstimmung mit Partnern und Mitarbeitern, muss er mehr oder weniger ins Detail gehen und Strukturen erläutern.

Gastronom plant sein Business

Wozu wird ein Businessplan benötigt?

Ein solider Businessplan erfüllt gleich mehrere Zwecke. Einerseits ist er für Existenzgründer eine Gelegenheit, sich genauestens mit Chancen und Risiken des eigenen Gastronomie-Betriebs auseinanderzusetzen, sich schon vorab umfassende Informationen einzuholen und alle wichtigen Schritte auf dem Weg zur Existenzgründung zu durchdenken. Andererseits ist ein Businessplan auch notwendig, um sich beim Gründen Unterstützung an Bord zu holen: Ob aktive Partner oder Investoren und Kreditgeber, sie alle müssen von einer Geschäftsidee überzeugt werden. Einen wasserdichten Plan zu erstellen ist die Basis, um allen Beteiligten genau aufzuzeigen, worauf sie sich einlassen und wie gut ein Gründer seine Ideen mit der Realität abgeglichen hat. Nur so können Banken oder andere Geldgeber einschätzen, ob ein Konzept oder Unternehmen überhaupt rentabel sein wird und sich die Finanzierung lohnt.

Darüber hinaus ist ein Businessplan für Unternehmer aber nicht nur vor der Realisierung eines eigenen Gastronomie-Betriebes wichtig: Auch nach der Eröffnung und für laufende Cafés, Restaurants oder Cateringfirmen bleibt er ein unverzichtbares Instrument der Kontrolle. Anhand des Businessplans lässt sich immer wieder prüfen, ob die Schritte auf dem Weg zum Erfolg tatsächlich eingehalten und wichtige Meilensteine erreicht wurden, in welchen Geschäftsbereichen es noch hakt und wo nachkorrigiert werden muss. Er bleibt für alle Beteiligten die Grundlage für Verhandlungen und Abmachungen. Selbst für etablierte, gut laufende Gastronomie-Betriebe kann ein Businessplan plötzlich interessant werden, wenn sich etwas ändert: Ein neues Küchen-Konzept, ein Besitzerwechsel oder einfach nur ein großer Umbau brauchen strukturiertes Vorgehen und Erfolgskontrolle. Von einem Businessplan profitiert der Betrieb auch in diesem Fall.

Was gehört zu einem Businessplan in der Gastronomie?

Wie umfangreich ein Businessplan in der Gastronomie sein muss und welche Teilpläne und Kapitel beim Erstellen unbedingt dazu gehören, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Businessplan zur Existenzgründung braucht mehr und andere Erläuterungen als der Plan für ein schon laufendes Restaurant, das saniert werden soll. Geht es nur um die Optimierung interner Abläufe, müssen andere Schwerpunkte gesetzt werden als bei Verhandlungen mit potentiellen Investoren. Einige Aspekte sollten aber in fast jeden Businessplan Eingang finden:

Gourmet-Restaurant oder Streetfood-Truck? Ein Existenzgründer muss zuerst einmal in präziser, knapper Form umreißen, was er überhaupt plant und warum seine Idee eine Chance hat. Dieser Teil wird Executive Summary genannt. Auch sich selber und gegebenenfalls sein Team und die vorhandenden Kompetenzen sollte ein Gründer im Businessplan vorstellen.

Wichtig ist vor der Existenzgründung ein Überblick über aktuelles Geschehen am Markt, die Konkurrenz, potentielle Kunden als Zielgruppe und Ressourcen – umso genauer und konkreter, wenn schon ein Standort ausgewählt ist.

Der nächste Punkt ist besonders bedeutend: Die Finanzplanung. Hier muss möglichst konkret und mit realistischen Zahlen dargestellt werden, welche Umsätze und Gewinne zu erwarten sind, wie Einnahmen und Ausgaben sich über die Zeit entwickeln und wie viel Kapital benötigt wird. Dazu braucht es einen guten Durchblick in Sachen Buchhaltung.

Auch ein Marketing-Plan ist ein unverzichtbarer Teilplan, um zum Beispiel ein Konzept für Werbung und Kalkulation der Preise zu erläutern.
Dann darf es formal werden: Wie soll der Betrieb laufen? Welche Führungsstruktur ist die beste? Welche Rechtsform wird gewählt, wer hat das Sagen?
Auch wie die ersten Schritte ablaufen sollen, um Plan und Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen, gehört mit dazu – vom Auswählen der Zulieferer bis zum Abschließen wichtiger Versicherungen.

Schließlich komplettiert einen Businessplan auch noch die Einschätzung des Risikos und möglicher Szenarien: Was kann im schlimmsten Fall passieren – und was im besten? Das ermöglicht auch das Aufzeigen von alternativen Handlungsmöglichkeiten und Korrekturen für diese Fälle.

Der Zeitraum, den der Businessplan abdecken muss, kann variieren. Speziell für ein Restaurant oder Café sind mehrere Jahre nötig: In der Anfangsphase sind noch kaum Gewinne zu erwarten und die Ausgaben hoch. Der Wettbewerb ist hart. Viele mangelhaft geplante Betriebe überleben das erste Jahr nicht. Mit einem guten Businessplan entwickelt ein Gründer erstens eine Strategie, um Anfangsschwierigkeiten und Hindernisse zu meistern und seinem Unternehmen den bestmöglichen Start zu garantieren und schätzt zweitens auch ab, wann es aufwärts geht – oder wann notfalls die Reißleine gezogen werden muss. Das gibt Sicherheit für Kreditgeber, aber auch sich selbst.

Erfolgreicher Gastronom

Wo und wie bekommt man einen Businessplan?

Wer sich als Existenzgründer selbstständig an das Erstellen eines Businessplans machen will, findet eine breite Auswahl an Ratgebern, Tipps und Vorlagen zum Thema Businessplan, auch speziell für das Beispiel eines Gastronomie-Betriebes. Vor allem das Internet hat jede Menge Angebote parat – viele davon als kostenlose Muster zum Download. Franchise-Geber helfen mit eigenen Businessplänen bei der Gründung, die man sich als Beispiel auch anschauen kann. Wer kein Experte in Sachen Betriebswirtschaft, Marketing, Steuern und Finanzen ist, sollte sich mindestens für diese Kapitel aber professionelle Beratung ins Boot holen und Tipps geben lassen. Auch darüber hinaus empfiehlt es sich, die eigenen Ideen und Konzepte schon vorab Freunden, Partnern oder anderen Vertrauenspersonen vorzustellen und von ihnen auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Am Ende muss ein Businessplan Kreditgeber und Förderer überzeugen können: Ein zweites und drittes Paar Augen für den Feinschliff sind da unabdingbar und hilft, peinliche Fehler auszumerzen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die optische Präsentation des Businessplans. Die erste Idee fürs eigene Café ist vielleicht noch auf einen Bierdeckel gekritzelt – fürs Interview mit dem Bankberater sollte man den Plan dann aber in professioneller Form erstellen. Ein einheitliches Layout mit ansprechenden Farben und übersichtlichen Formaten ist sowohl für gedruckte Dokumente als auch Präsentationsfolien Pflicht. Denn letztendlich zeigt auch das: Hier hat sich jemand Gedanken gemacht, ist mit vollem Engagement dabei und ist bereit, Energie und Zeit in sein Geschäftsmodell zu stecken.

Businessplan Gastronomie Schritt für Schritt:

  • Geschäftsidee umfassend und präzise beschreiben
  • Business Plan in Teilbereiche gliedern: Finanzen, Marketing, Personal, Standort, Chancen & Risiken
  • Vorstellung der eigenen Person (bei existierenden Betrieben auch das Team)
  • Konkurrenzanalyse: Wie ist die aktuelle Lage auf dem Markt?
  • Zielgruppenanalyse: Wer sind meine potentiellen Kunden?
  • Finanzplanung: Welche Umsätze und Gewinne werden erwartet? Wie entwickeln sich Einnahmen und Ausgaben? Wie viel Kapital benötige ich?
  • Erstellung eines Marketingplans (Konzept für Werbung und Kalkulation der Preise)
  • Welche Führungsstruktur und Rechtsform sollen gewählt werden?
  • Auflistung der abzuschließenden Versicherungen
  • Risikoeinschätzung, Aufzeigen alternativer Handlungsmöglichkeiten

Steht der Businessplan, steht das Fundament – und das gibt ein gutes Gefühl und Sicherheit, um aus dem Business-Wunsch erfolgreich Wirklichkeit werden zu lassen.

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