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Corona-Trend Wohnmobil-Dinner: So empfangen Restaurants Gäste auch im Lockdown

Wetterfeste Schankvorgärten, umfunktionierte Gewächshäuser, dekorierte Pop-up-Zelte und viele weitere Ideen haben sich Gastronomen seit dem Corona-Beginn einfallen lassen, um Gäste weiterhin begrüßen zu können. Und auch jetzt, im zweiten Lockdown, gibt es eine Möglichkeit – mit dem Anbieten eines Wohnmobil-Dinners. Wir erklären, wie es funktioniert und was dabei zu beachten ist.

Was erst einmal nach einer verrückten Idee klingt, entwickelt sich immer mehr zum Trend: Im ganzen Land bieten Restaurants und Gasthöfe seit Ende des letzten Jahres so genannte Wohnmobil-Dinner an – mitten im Corona-Lockdown. Die Idee dahinter ist so einfach wie genial und ziemlich charmant: Die Gäste reisen mit ihrem Caravan an, parken vor Ort auf dem Gelände des Betriebs und genießen in ihren eigenen mobilen vier Wänden Speisen und Getränke aus dem Restaurant. Das Menü wird ihnen ans Wohnmobil gebracht und drinnen kommt mit leckerem Essen am gedeckten Tisch (auch wenn die Gäste selbst eindecken müssen) ein gemütliches Feeling auf, fast wie beim „normalen“ Essengehen. Es ist weder reines to-go-Abholen noch eine typische Art von Lieferung, es ist etwas ganz Eigenes – eben ein Dinner im Wohnmobil!

In der öffentlichen und bereits über 30.000 Fans starken Facebook-Gruppe WohnmobilDinner vernetzen sich die Camping-Fans und Betriebe, die solch ein Essen im Wohnmobil bereits anbieten. Schon um die Tausend Gastronomien im ganzen Land sind dabei: Gutbürgerliche Landgasthöfe, thailändische und griechische Restaurants, Burgerläden und Fine-Dining-Betriebe – die Auswahl ist groß. „Das Feedback aus der Gastronomie auf unsere Gruppe ist sehr positiv“, berichtet Mitinitiatorin Silja von Garn, „viele bedanken sich bei uns für die kostenlose Werbung für ihr Angebot.“

Schon im ersten Lockdown boten einige Restaurants Wohnmobil-Dinner an. Als es zum zweiten Lockdown kam, taten es noch mehr, von Garn und weitere Mitstreiter setzten die Gruppe auf – und wurden förmlich überrannt. Die Zahl teilnehmender Betriebe wächst ständig. Eine eigens aufgesetzte Karte gibt Überblick, wo zurzeit überall Wohnmobil-Dinner angeboten werden. Mit dem Womo-Explorer wurde nun eine Webseite gelauncht, auf der Restaurants ihr Angebot für motorisierte Gäste in Text und Bild präsentieren können. „Für die meisten sind Wohnmobil-Besitzer eine ganz neue Zielgruppe“, so von Garn. Und für die Restaurants, so hat sie beobachtet, sei es auch eine schöne Sache, ihre Speisen wieder anrichten und servieren zu können, statt sie nur in Einwegverpackungen zum Mitnehmen oder für die Lieferung zu geben.

 

Doch wie können Restaurants überhaupt mitmachen, welche Regeln sind einzuhalten und wie wird aus der kreativen Idee auch ein gutes Geschäft? Ein Überblick in 10 Punkten.

1. Eigener Parkplatz ist die Basis
Damit ein Wohnmobil-Dinner überhaupt stattfinden kann, braucht der Betrieb eigene Parkplätze auf dem Gelände, auf dem die Caravans parken können. Hierbei ist auch zu beachten, dass ausreichend Abstand zum Eingangsbereich des Restaurants verbleibt, einige Bundesländer schreiben mindestens 50 Meter vor. Öffentliche Parkplätze vor dem Haus dürfen für ein solches Dinner nicht genutzt werden. Einige Betriebe können zum Beispiel auch auf private Parkplätze benachbarter Einkaufszentren zurückgreifen oder auf Waldparkplätze.

2. Ordnungs- und Gesundheitsamt anfragen
Ob ein Abendessen im Wohnmobil vor Ort auf dem Betriebsgelände stattfinden darf, entscheiden Ordnungs- und Gesundheitsamt. Bevor es also an die weitere Planung geht, sollten interessierte Betriebe erst die Ämter kontaktieren. Am besten mit einem Ablauf und einer Skizze auf Basis des Geländeplans, damit das doch recht ungewöhnliche Konzept verständlicher wird und die Genehmigung im besten Fall recht kurzfristig erteilt wird.

3. Gäste reisen im eigenen Wohnmobil an
Von Seiten des Betriebs Fahrzeuge für das Dinner zur Verfügung zu stellen, ist nach aktuellen Corona-Regeln nicht zulässig. Die Gäste müssen im eigenen Caravan anreisen oder in anderen Fahrzeugen – wie Campervans oder Bullis, mit dem angehängten Wohnwagen oder fahren einfach im eigenen Auto herbei, falls das Dinieren darin den Gästen als komfortabel genug erscheint. Sogar ein Pferdeanhänger, mit einem gedeckten Tisch ausgestattet, wurde bereits für diesen Zweck verwendet! Da die Toiletten in den Restaurants zurzeit in der Regel geschlossen bleiben, ist ein eigenes WC an Bord allerdings vorteilhaft.

4. Vorab-Reservierung
Für die bessere Planbarkeit und damit sich weder Fahrzeugschlangen bilden noch der Parkplatz gähnend leer bleibt ist eine Vorab-Reservierung (online oder telefonisch) sehr vorteilhaft. So kann auch das Zeitfenster besser terminiert werden, wann die Speisen fertig sein sollen und die Übergabe (siehe nächster Punkt) erfolgt. Eventuell sind so auch „double seatings“ wie im Restaurant möglich?

5. Speisen kontaktlos servieren
Abstand und Hygieneschutz sind das A und O. Die Gäste bleiben während des Aufenthalts in ihren Fahrzeugen und flanieren nicht auf dem Gelände herum. Kein Mitarbeiter betritt die Campingwagen: die Übergabe erfolgt vor dem Fahrzeug mit Abstand und Maskenschutz. Für den Transport von der Küche zum Stellplatz eignen sich z.B. Thermoboxen. Es kann auch ein Abholpunkt vor dem Lokal aufgebaut werden.

6. Porzellan ist erlaubt
Das macht einen schönen Unterschied zur gängigen Abholung/Lieferung aus und steigert das Gastronomie-Gefühl erheblich: Gegessen werden darf nämlich auf richtigen Tellern und mit dem Besteck der Betriebe. Nach dem Essen wird die Transportbox mit dem benutzten Geschirr und Besteck einfach vor das Wohnmobil gestellt oder zum Abholpunkt gebracht. Tipp: Vorgewärmtes Geschirr hält die Speisen länger warm.

7. Ess-Erlebnis statt schnellem Snack
Ein „WoMo-Dinner“ ist kein Halt im Drive-In eines Schnellrestaurants: Es geht darum, dass die Gäste einen schönen Abend genießen – fast wie im Restaurant. Gleichzeitig ist das Ganze wegen des Handlings vor Ort, inklusive Anrichten auf Geschirr und dem Abwasch, aufwändiger als normaler Außer-Haus-Verkauf. Darum empfehlen sich spezielle Arrangements wie ein Mehrgang-Menü. Zum Beispiel mit der Spezialität des Hauses, die vor allem Stammgäste vermissen, oder mit aktuellem Anlass wie Saison oder Feiertag. Zusätzlich bereitgestellte Accessoires wie eine LED-Kerze oder ein USB-Stick mit einer Playlist der Musik, die typischerweise im Gastraum läuft, machen das Erlebnis noch ein bisschen runder.

Zwei Frauen stoßen an

8. Getränke bitte verschlossen servieren
Auch das dient der Sicherheit: Es sollten nur geschlossene Flaschen serviert werden, keine offenen Getränke. Alkoholische Getränke sollten nur in Maßen gereicht werden, um die Fahrtüchtigkeit sicherzustellen. Siehe auch nächster Punkt.

9. Keine Übernachtung möglich
Nach dem Essen heißt es Abschied nehmen: Schlafen im Wohnmobil auf dem Gelände ist aktuell nicht erlaubt, denn dies würde in den Bereich der touristischen Übernachtung fallen.

10. Kontaktloses Bezahlen ist vorteilhaft
Wechselgeld rausgeben und Co. erzeugen zusätzliche, vermeidbare Kontakte. Besser ist eine bargeldlose Bezahlung mit der Karte und mobilem Lesegerät. Allerdings kann es wegen der Distanz zu Übertragungsproblemen kommen. Wer ganz sicher gehen will, bietet das Dinner mit Tickets zur Prepaid-Bezahlung an. Das ist nebenbei auch für die Liquidität von Vorteil.

Tipp: Restaurant-Essen im Wohnmobil: auch tagsüber ein Geschäft!
Wie wäre es zum Beispiel mit einem Wohnmobil-Brunch am Samstag und Sonntag für die Familie (mit Kindern gibt es zurzeit wenig Ausflugsmöglichkeiten), einem „Caravan-Coffeedate“ oder einem Wohnmobil-Business-Lunch?

Küche in Wohnmobil

Bitte beachten: Die Corona-Regelungen können sich kurzfristig ändern, sodass wir keine Gewähr übernehmen können, dass alle Beschreibungen und Tipps zu jedem Zeitpunkt gültig sind. Aktuelle Informationen erteilen die örtlichen Ämter.


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