Craft Beer ist geschmacklich sehr facettenreich.

Was ist Craft Beer? 5 Merkmale, mit denen sich der Unterschied erkennen lässt

Was ist eigentlich Craft Beer und was nicht? Diese Frage beschäftigt Bierfans, Brauer und Biersommeliers seit geraumer Zeit. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, weil es hierzulande keine Zertifizierung oder andere Standards gibt. Da hilft es, sich über verschiedene Unterscheidungskriterien anzunähern. Im Folgenden stellen wir 5 Merkmale vor, mit denen sich Craft Beer – auch Craft-Bier genannt – von anderen Bieren unterscheiden lässt.

1. Craft Beer wird handwerklich hergestellt

Es steckt schon im Namen drin, denn „Craft“ heißt ins Deutsche übersetzt „Handwerk“, aber auch „Kunst“. Die Craft-Beer-Übersetzung wäre demnach „Handwerks-Bier“ oder auch „Kunst-Bier“. Es wird somit die Handwerk und Kunstfertigkeit in der Herstellung des Bieres betont: Craft-Beer-Brauer legen besonders viel Wert auf traditionelle Herstellungsprozesse, auf möglichst viel „Hand-anlegen“ beim Brauen (wohingegen in großen Braustätten vieles automatisiert verläuft) und auf eine sorgsame, teils handverlesene Auswahl der Zutaten – vergleichbar mit einem handwerklich arbeitenden Bäcker oder Metzger. Es geht also um einen gefühlten und tatsächlichen Rückbezug auf alte Traditionen.

Beim Craft Beer-Brauen liegt der Fokus auf alten Traditionen.



2. Craft Beer wird in kleinen Mengen gebraut

In den USA gilt als Craft-Beer-Brauerei, wer nicht mehr als 6 Millionen Barrel Bier pro Jahr braut. Diese Eingrenzung ist für Deutschland allerdings nicht hilfreich, denn kaum eine deutsche Brauerei kommt überhaupt auf eine derartige Menge. Allerdings gilt für Craft Beer generell der Gedanke, dass hier alles ein wenig kleiner gedacht und gemacht wird: Die Braustätten sind kleiner, die Sudkessel und alle anderen Anlagen, die so genannte Ausstoßmenge liegt deutlich unter dem, was ein großes „Fernsehbier“ am Jahr auf den Markt bringt. Demzufolge sind zum Beispiel die vielen kleinen Brauereien, die es seit Jahrhunderten und nach wie vor in Franken gibt, deutsche Craft-Beer-Brauereien, auch wenn sie sich selbst nicht so bezeichnen. Sie brauen seit eh und je handwerklich und in kleinen Mengen. Und darüber hinaus brauen sie Biere mit besonderem Geschmack, damit sind wir bei Merkmal 3.

3. Craft Beer hat besondere Geschmacksnoten

Des Deutschen mit Abstand liebstes Bier ist das Pils. Da liegt es nahe, dass alle bereits erwähnten „Fernsehbiere“ ausschließlich Pilsbiere sind und sich geschmacklich sehr ähneln. Craft Beer hingegen ist geschmacklich äußerst facettenreich. Es greift zum einen traditionelle Bierstile auf, wie die säuerliche Gose oder die Berliner Weiße, aber auch das unfiltrierte Zwickel- oder Kellerbier. Und es bringt hierzulande bislang eher unbekannte Bierstile herbei, allen voran das IPA, kurz für India Pale Ale, das besonders hopfenbetont ist und bitter-fruchtige Noten aufweist. Manchmal wird Craft Beer sogar mit IPAs gleichgesetzt, das allerdings ist nicht richtig: Craft Beer kann sogar ein klassisches, schlankes und feinherbes Pils sein – zumindest dann, wenn auch die Punkte 1 und 2 zutreffen.

4. Craft Beer steht für Kreativität

Industriell gebrautes Bier strebt – wie jedes industrielle Produkt – nach Gleichförmigkeit und geschmacklicher Konstanz: Es soll immer und überall gleich schmecken. Beim Craft Beer geht es hingegen um Kreativität und Experimentierfreudigkeit: Verschiedene Sorten von Malz und Hopfen werden kombiniert, um einen besonderen Geschmack zu erzielen. Es werden immer wieder neue Sude aufgesetzt, neue Kreationen ausprobiert, verworfen oder zu einem marktreifen Produkt gebracht. Typisch für die Craft-Beer-Szene sind so genannte Kollaborations-Biere, welches zwei oder mehr befreundete Brauer zum Beispiel für einen besonderen Anlass gemeinsam brauen. Manche Biere werden in Holzfässern (zum Beispiel ehemalige Whiskyfässer) gelagert, was ebenfalls einen ganz eigenen Geschmack erzeugt. Das Reinheitsgebot setzt zwar Grenzen, was ins Bier gegeben werden darf – in der Regel nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser –, aber auch mit diesen vier Elementen lässt sich schon eine Menge kreieren. Und manche Erzeugnisse aus Craft-Beer-Brauereien verwenden sogar weitere natürliche Zutaten wie Früchte, Kräuter oder Gewürze. Oft dürfen sie ihr Produkt dann nicht mehr als Bier bezeichnen – aber das ist vielen Craft-Beer-Fans egal. Manche fordern sogar die Abschaffung des Reinheitsgebots, doch das ist eine andere Diskussion.

Craft Beer wird beim Tasting oft in Trays serviert.



5. Craft Beer hat einen höheren Preis


Wie bei anderen handwerklich und in kleinen Mengen hergestellten Lebensmittel – Käse, Fleisch- und Wurstwaren, Brot – oder wie beim Wein von einem kleinen Winzer gehen viel Zeit, beste Rohstoffe und Arbeit in das Craft Beer ein. Und am Ende steht ein Produkt, das mit einem industriell hergestellten Bier nur wenig gemeinsam hat und schon gar nicht zum gleichen Preis entstanden ist. Ein deutlich höherer Herstellungspreis zieht einen entsprechend höheren Verkaufspreis mit sich, der oft beim Doppelten bis Dreifachen liegt. Deswegen kann ein Craft Beer auf der Bierkarte auch nicht zum gleichen Preis angeboten werden wie ein herkömmliches, will der Gastronom Marge machen. Eine wachsende Wertschätzung der Konsumenten und Gäste gegenüber Craft Beer kommt ihm aber entgegen – und Gäste, die es noch gar nicht kennen, lassen sich vielleicht mit einem kleinen Probeglas oder einem Tasting-Tray von der Güte überzeugen.


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