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Was ist Heumilchkäse?

Im Käseregal springt einen immer wieder die Bezeichnung „Heumilchkäse“ an. Aber was genau ist das eigentlich für ein Käse?

Die Bezeichnung Heumilch ist noch recht jung. Sie wurde 2004 von der österreichischen ARGE Heumilch eingeführt und bezeichnet Milch von Tieren (natürlich zumeist Kühen), die ausschließlich mit natürlichem Futter gefüttert wurden. Also mit Grünlandfutter, Heu und Getreide. Silage und alle anderen gärenden Futtermittel sind verboten, da diese sich schlecht auf die Milchqualität auswirken können. Man kann also sagen, dass die streng regulierte Heumilch die reinste Milch ist, die es gibt – immerhin bekommen die Kühe so im Laufe des Jahres bis zu 50 verschiedene frische Kräuter zu fressen. Die Kühe werden streng nach dem natürlichen Lauf der Jahreszeiten gefüttert: im Sommer geht es hoch auf saftige Almen und Wiesen voller Gräser und Kräuter, im Winter gibt es dann Heu und Getreideschrot.

Die Milch ist dadurch nicht nur rein, sondern auch besonders geschmackvoll. Die sehr hohe Qualität führt dazu, dass Heumilch ideal für die Herstellung von Käse ist. Es kann nämlich beim Käsen komplett auf Zusatzstoffe und Konservierungsmittel verzichtet werden.

Aus Heumilch kann man nicht nur Heumilchkäse, sondern grundsätzlich jeden Käse herstellen und es gibt sogar einige Käsesorten, die laut österreichischem Lebensmittelkodex aus Heumilch hergestellt werden MÜSSEN. Dazu gehören österreichischer Emmentaler sowie Alp- und Bergkäse. Einige Käse-Produkte tragen noch dazu die EU Herkunftsbezeichnung „geschützter Ursprung“ (g.U.): Tiroler Bergkäse g.U., Vorarlberger Bergkäse g.U., Tiroler Almkäse / Tiroler Alpkäse g.U., Vorarlberger Alpkäse g.U.. Bei diesen Produkten kann man sich also immer sicher sein, dass sie in jedem Fall aus Heumilch hergestellt sind.

Selbstverständlich gibt es solche silagefreien Käsesorten nicht ausschließlich in Österreich – aber hier kommt der Begriff her.